Das Leben findet einen Weg

Schon in Jurrasic Park ist der Titel dieses Artikels das Motto des Films. Und in meiner Arbeits- Pause sah ich dann, wie dieses Pflänzchen - siehe Bild - seinen Weg aus den Zementstufen fand. Kaum zu glauben aber war, es gab mir einen Moment der Hoffnung. Klingt kitschig, aber so war es. Hoffnung, dass diese bescheidene Menschheit diesen Planeten doch nicht gegen die Wand fährt. Ob sie es will oder nicht, die Überlebens- Kräfte der Natur scheinen stark zu sein.

Wenn ich früher einen Scifi Film sah, in denen die Menschheit als Heuschrecken- Plage beschrieben wurde, die einen Planeten ausplündert, fand ich das immer ein affiges Bild. Mittlerweile kann ich mich mit dem Bild sehr gut anfreunden. Da ist es mir auch egal, ob es Kapitalisten sind, die aus Profitsucht diese Natur plündern oder die restliche Menschheit, die dieses dann duldet - so oder so, ich habe immer weniger Hoffnung, dass es zu einen fundamentalen Wandel kommt. Schlimmer noch, vielleicht sollten wir alle verschwinden, bevor die Erde wie der Mars aussieht.

Naja, dass wäre wohl eine Sichtweise der Dinge. Natürlich ist mir klar, dass dies eine ziemlich fatalistische Sichtweise ist, eine, die keine wirkliche Handlungsoption bietet. Zynismus bietet keine Lösung. Aber ich habe seit meinen 14. Lebensjahr aktiv und organisiert Politik gegen so eine Scheiße gemacht. Langsam geht mir die power aus. Ich bewundere andere Kämpfer, die seit den 1960er Jahren aktiv sind! Vielleicht kann ich mich nochmal aufrappeln - aber: siehe oben. 

Ich wollte und konnte auch nie ein Mann werden, der einfach heiratet, Kinder bekommt, ein Häuschen kauft und fertig. Der seine Klappe hält, Unrecht versucht zu ignorieren, alles Egal sein lässt. Ich war sicherlich kein mutiger Mensch. Oftmals auch ein dummer Mensch, der Menschen gefühlsmäßig verletzt, ich war zu falschen Zeitpunkten stolz, ich habe auch nichts gesagt, wenn ich etwas hätte sagen müssen. Aber sollte ich mich diesen Leben ergeben? Heiraten, Kinder, Häuschen? Das nennt man dann Leben!? Ein erfülltes Leben!? Das ist Leben!? So oder so: mir reicht das nicht. Aber was soll ich tun?

Die letzten Jahre habe ich so mein Motto gefunden: Ich war ein schlechter Schüler - aber mein eigener Lehrer!